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Pressegespräch LKÖ & IGP: Wirkstoff-Kahlschlag gefährdet Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Die Studie zu den Auswirkungen von gefahrenbasierter Gesetzgebung für Pflanzenschutzmittel in Europa (Originaltitel: „Cumulative impact of hazard-based legislation on Crop Protection Products in Europe“) untersucht die Effekte des Verlusts von 75 von insgesamt 400 Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen. Diese würden durch eine Umstellung vom risiko- auf den gefahrenbasierten Ansatz bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln verloren gehen. Durch die damit verursachten Ertragseinbußen und die schlechtere Qualität der Lebensmittel würde ein immenser landwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Schaden entstehen. Studienautorin Hedda Eggeling von Steward Redqueen präsentierte die Ergebnisse. Josef Plank, Generalsekretär der Landwirtschaftskammer Österreich (LK Österreich), und Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP), erläuterten die Auswirkungen für die Landwirtschaft und die Pflanzenschutzmittelindustrie.

Eggeling: Innovationen fördern, um hohen Selbstversorgungsgrad aufrechtzuerhalten
„Pflanzenschutzmittel bringen höhere Erträge, höhere Umsätze und damit den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft. In der Landwirtschaft wären in Europa insgesamt eine halbe Million Arbeitsplätze in Gefahr. In Österreich sind es 30.000 von insgesamt 61.000 Arbeitsplätzen, also knapp die Hälfte“, so Hedda Eggeling. „Es wäre also fahrlässig, auf der einen Seite Wirkstoffe zu verbieten und auf der anderen Seite Innovationen durch Bürokratie zu erschweren. Die Rahmenbedingungen, um Wirkstoffe zu entwickeln, sollten verbessert werden. Nur so können entstehende Wirkstofflücken rasch geschlossen werden.“

Plank: Beweislastumkehr im Pflanzenschutz schafft nur neue Probleme
„Wenn für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln nicht mehr das Risiko, sondern eine eventuelle Gefahr ausschlaggebend sein soll, es also zu einer de facto Beweislastumkehr kommt, dann widerspricht das der menschlichen Erfahrung und schafft mehr Probleme als es löst. Nach diesem Ansatz müsste nämlich auch das Autofahren verboten werden, da es nachweislich Menschen Schaden zufügen kann; sowohl jenen, die es fahren, als auch jenen, die es nicht fahren.“, stellte Josef Plank fest.

Stockmar: Wirkstoff-Kahlschlag gefährdet Sicherheit der Nahrungsmittel
Christian Stockmar: „Die Breitband-Bürokratie und das zunehmend strengere Zulassungsverfahren erschweren Innovationen im Pflanzenschutzbereich. Es würde konservativen Schätzungen zufolge mindestens 15 bis 20 Jahre dauern, um die entstehenden Lücken zu schließen. Die Landwirte können in dieser Zeit die Ernte nicht vor Krankheiten schützen. Diese gelangen dann in unsere Nahrungsmittel“, unterstreicht Stockmar. Als Beispiel nennt er Mykotoxine, die schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit haben können. Sie kommen regelmäßig in Nahrungsmitteln vor. „Es stellt sich also die Frage: Wollen wir einen gut untersuchten Stoff, der nachweislich unterhalb der entsprechenden Grenzwerte unbedenklich ist, oder wollen wir Pilze in unserem Essen, von denen niemand sagen kann, welchen Schaden sie im Körper anrichten?“

Video: Nutzen von Pflanzenschutz am Beispiel Zuckerrübe
Nils Bauer, stellvertretender Obmann der IGP, erklärt in einem kurzen Video anhand der Zuckerrübe, warum Pflanzenschutzmittel für Landwirte wichtig sind.

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Dritter IGP Dialog: Who feeds the world?

Ein hochkarätig besetztes Podium diskutierte am 27. September 2016 bei dem von der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) organisierten dritten IGP Dialog die Frage „Who feeds the world? – Österreich zwischen regionaler Selbstversorgung und globalem Supermarkt“.

Im Zentrum der Diskussion standen die Frage der Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit in Österreich und auf globaler Ebene sowie aktuelle und künftige Herausforderungen: sinkende Lebensmittelpreise in Österreich und Europa, sich ändernde gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen und steigende Bevölkerungszahlen bei sinkenden Agrarflächen.

Nach einer Begrüßung durch IGP Obmann Christian Stockmar und einer einführenden Keynote von Alexander Müller vom deutschen Sustainability-Thinktank TMG – Töpfer, Müller, Gaßner diskutierten

- Michael Blass (Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria),
- General Othmar Commenda (Österreichisches Bundesheer),
- Katharina Koßdorff (Fachverband der Nahrungsmittelindustrie),
- Hermann Schultes (Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich),
- Reinhard Wolf (Generaldirektor der RWA Raiffeisen Ware Austria) und
- Keynote-Speaker Alexander Müller.

Durch die Veranstaltung in der Wiener Labstelle führte Martina Salomon.

Weitere Infos und Bilder sowie Statements der Diskutanten finden Sie im Pressebereich.

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schauFELDER 2016

Zum bereits dritten Mal zeigt die IndustrieGruppe Pflanzenschutz mit dem Projekt „schauFELDER“ den Nutzen von Pflanzenschutzmitteln für eine ertragreiche Ernte und sichere Lebensmittel auf. In diesem Jahr wird die Aktion gemeinsam mit den Österreichischen Jungbauern durchgeführt.

Schon auf den ersten Blick fällt auf: Bei Bereichen, die nicht mit Pflanzenschutz behandelt wurden, sind die Kulturpflanzen teilweise gar nicht mehr zu erkennen, Unkraut und Schädlinge haben sich ohne Probleme ausgebreitet. Die Erntemenge und auch ihre Qualität vermindern sich dadurch erheblich.

Mit Pflanzenschutzmittel
- gesunde Pflanzen
- leistbare Lebensmittel
- ertragreiche Ernte
- hohe Qualität
- sichere Futtermittel

Ohne Pflanzenschutzmittel
- geschädigte Pflanzen
- hohe Kosten für Lebensmittel
- minderwertige Qualität
- Pflanzenkrankheiten
- weniger Ernte

Aktion auf dem Feld
Die an dem Projekt „schauFELDER“ teilnehmenden Landwirte reservierten im April 2016 auf ihren Äckern einen Bereich, auf dem keine Pflanzenschutzmaßnahmen getroffen wurden. Auf Tafeln, die gut sichtbar platziert wurden, können sich Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer über Sinn und Zweck des Projektes und den Pflanzenschutz informieren. Die Auswirkungen von fehlendem Pflanzenschutz auf Nutzpflanzen können so ganz aus der Nähe erfahren werden.

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Das Video unten zeigt anschaulich im Zeitraffer, wie auf dem nicht mit Pflanzenschutzmaßnahmen behandelten Bereich des Feldes die Zuckerrübenpflanzen von Unkraut geradezu überwuchert werden.

schauFELDER erstmals auf dem Erntedankfest des Bauernbundes
Neben der Aktion auf den Feldern präsentiert die IGP das Projekt auch zum ersten Mal in der Bundeshauptstadt. Im Rahmen des Erntedankfestes des Bauernbunds im Augarten am 10. und 11. September 2016 stellt die IGP zwei Hochbeete aus, die den Besucherinnen und Besuchern den Unterschied zwischen behandelten und unbehandelten Kulturpflanzen aufzeigen.

Gute Beispiele machen Schule! Der Deutsche Industrieverband Agrar (IVA) hat ebenfalls unter dem Namen "Schau ins Feld" eine schauFELDER-Aktion gestartet.

Weitere Informationen
- Presseaussendung zur Aktion
- Warum Pflanzenschutzmittel?
- Sonja Burger: "Sichere Ernte - genug zu essen"

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Gewässerschutztagung 2016

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) hat gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖsterreich) und der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für integrierten Pflanzenschutz (ÖAIP) die Gewässerschutztagung 2016 veranstaltet, die sich an Fachberater und Landwirte wendet. Die Fachvorträge unter dem Titel „Schutz von Oberflächengewässern beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“ widmeten sich einerseits Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Oberflächengewässern, dienten aber auch zu einer Standortbestimmung beim Gewässerschutz. Zur Information der Landwirte und zur Sensibilisierung für den Gewässerschutz wurden zudem von der IGP, der LKÖsterreich und der ÖAIP zwei Broschüren erstellt. Sie warnen vor den Auswirkungen von Abdrift bei der Applikation sowie vor Abfluss vom behandelten Feld und geben hilfreiche Tipps zur Prävention.

„Der Schutz unserer Oberflächengewässer ist ein besonders sensibles Thema, das wir mit der Gewässerschutztagung 2016 weiter und noch intensiver vorantreiben wollen. Die heutigen Fachvorträge sollen uns dabei unterstützen, weitere Maßnahmen zum Schutz der heimischen Gewässer abzuleiten und diese dann an die Landwirte zu verteilen. So wollen wir Abdrift bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln sowie Abfluss vom behandelten Acker und Feld weiter reduzieren“, so Vertreter von LKÖsterreich, ÖAIP und IGP unisono.

Stockmar: Weiterer kleiner Schritt, weitere Anstrengungen notwendig

Christian Stockmar, Obmann der IGP: "Die IGP sieht den Schutz von Wasser als einer ihrer wichtigsten Aufgaben. Unser Ziel und unser Maßstab sind es, uns auch sensiblen Themen zu stellen und sachliche Diskussionsrunden als Forum für den gemeinsamen Gedankenaustausch zu schaffen. Nur gemeinsam können Ideen und mögliche Maßnahmen gesammelt und gebündelt und schließlich zu einem großen Ganzen verwoben werden. Und dieses Maßnahmenbündel wollen wir Landwirten als Information und Unterstützung zur Seite stellen. Denn im Sinne der Umwelt sollen die Produkte sorgfältig angewendet und Verluste vermieden werden. Aber eines sollte uns klar sein", betont Stockmar abschließend. "Mit einer einzelnen Tagung machen wir einen kleinen Schritt, aber es braucht in Zukunft sicher weitere Anstrengungen, um die Ressource Wasser zu schützen und zu sichern."

Die Gewässerschutztagung 2016 ist die zweite Veranstaltung dieser Art. 2012 widmeten sich im Francisco Josephinum Wieselburg die Fachvorträge dem Schutz des Grundwassers. Im Anschluss wurden ebenfalls zwei Broschüren verteilt, die für den Schutz des Wassers sensibilisiert und eine Reihe von Präventionsmaßnahmen angeboten haben.

Anmerkung: DI Thomas Wallner musste leider kurzfristig absagen, sein Vortrag wurde stattdessen von Sebastian Friedl, bakk., ebenfalls Boden. Wasser. Schutz. Beratung gehalten.

Bild zur Gewässerschutztagung von links nach rechts: Sebastian Friedl, Johann Kohl, Karin Deutsch, Klaus Gehring, Christian Stockmar, Günther Rohrer, Maria Deutsch, Thomas Schmidt, Andreas Klik und Moderator Gottfried Besenhofer (AGES); Fotocredit: LK NÖ/Eva Posch

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Zweiter IGP Dialog

Vor dem Hintergrund der öffentlichen Debatte rund um die Bienenverluste der vergangenen Jahre hat sich der zweite IGP Dialog grundsätzlichen Fragestellungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln gewidmet. Christian Stockmar (Obmann der IGP), Gaby-Fleur Böl (Abteilungsleiterin Risikokommunikation am BfR), Albert Bergmann (Leiter des Instituts für Pflanzenschutzmittel in der AGES) und David Süß (Generalsekretär der österreichischen Jungbauern) diskutierten dabei auch die Frage eines möglichen Konsens über zumutbare Risiken.

Keynote Speaker Univ. Prof. Dr. Walter Krämer von der TU Dortmund: "Das Problem ist, dass wir echte Gefahren auf dieselbe Stufe mit Kinkerlitzchen stellen. Diese irrationale Risikobewertung richtet einen enormen wirtschaftlichen Schaden an."

"Es gibt kein Patentrezept für richtige Risikokommunikation", meint Gaby-Fleur Böl. "Aber es ist wichtig, dass man bildhafte Vergleiche wählt, dass man den Menschen Handlungsanweisungen gibt und auch absolute Wahrscheinlichkeiten beziffert. Wir müssen einfacher und besser kommunizieren." Grenzwerte seien aufgrund ihrer Komplexität schwer zu vermitteln, sagt auch Albert Bergmann. "Aber der Level bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln steigt ebenso wie die Qualität der Analysemethoden stetig." David Süß ortet einen Kommunikationsbedarf, was den Pflanzenschutz betrifft: "Jeder Landwirt produziert auf seine eigene Art und Weise selbstbestimmt Lebensmittel mit hoher Qualität." Christian Stockmar erkennt ebenfalls Handlungsbedarf: "Der Nutzen von Pflanzenschutz ist den Konsumenten nicht bewusst. Wir müssen aktiv auf sie zugehen, denn es ist ein Thema, das sie interessiert."

Einig sind sich die Diskutanten bei ihren Wünschen für die Zukunft: Eine weniger romantisierende Darstellung der modernen Landwirtschaft, eine offenere Kommunikation der Landwirte mit Medien und der Öffentlichkeit sowie ein entspannterer Umgang mit Risiken.

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Erster IGP Dialog

Der erste Dialog der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) widmete sich dem polarisierenden Thema der Ernäherungssicherheit. Unter dem Titel "Der K(r)ampf um den gedeckten Tisch" diskutierten am 24. Februar 2015 Johannes Abentung (Österreichischer Bauernbund), Huem Otero (Greenpeace), Franz Sinabell (WIFO), Siegrid Steinkellner (BOKU) und Christian Stockmar (IGP) wie künftig hochqualitative und sichere Lebensmittel hergestellt werden sollen. Weitere Informationen und Statements der Diskutanten sowie alle Videos und Fotos zur Veranstaltung gibt es hier.

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schauFELDER 2014

Die Industriegruppe Pflanzenschutz hat gemeinsam mit der bäuerlichen erzeugergemeinschaft zistersdorf (egz) das Projekt "schauFELDER" in Niedersulz/NÖ gestartet. Acht Kleinparzellen zeigen im Jahresverlauf, wie sich verschiedene Kulturpflanzen entwickeln, wenn Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen oder nicht.

Das Projekt soll - in der bisher einseitig geführten Debatte - den Nutzen von Pflanzenschutzmitteln bei sachgerechter Anwendung veranschaulichen und ihre Wichtigkeit für die Versorgungssicherheit und die hohe Qualität der Lebensmittel hervorstreichen. Das Wachstum kann täglich über eine Fieldeye-Kamera unter egz.fieldeye.eu beobachtet werden.

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